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Berliner Oratorien-Chor

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„Es war ein Traum! Der des GERONTIUS!“

Von Anne-Marie Kadauke und Bernd-Oliver Käter.

„Der Traum des Gerontius“, Edward Elgar

Es ist der 3. Oktober 1900. Am Vormittag bringt das renommierte Birmingham Triennial Music Festival das Werk The Dream of Gerontius erstmals auf die Bühne. Die Premiere misslingt – und wird zu einer „qualitativ mangelhaften Darbietung“, wie Kritiker urteilen. Doch das Publikum jubelt.

Fast 2.000 Menschen rufen bereits nach dem ersten Teil des Werkes den Komponisten auf die Bühne. Sie feiern Edward Elgar mit einem Applaus, der im geistlichen Rahmen des Festivals alles andere als üblich ist. Hingerissen von der Uraufführung sieht der Düsseldorfer Musikdirektor Prof. Julius Buths in The Dream of Gerontius „eines der schönsten Werke, die ich kenne“.

Premiere vergeigt – und trotzdem ein Erfolg? Was hat es mit dem „Gerontius“ auf sich?

Ein Gedicht über das Sterben und die Erlösung eines Menschen

Mit dem englischen Original The Dream of Gerontius vertonte Edward Elgar 1900 ein Gedicht, das ihn und viele andere in jenen Jahren stark bewegte. Es handelt sich um die letzte und umfangreichste Dichtung des Kardinals John Henry Newman (1801–1890) aus dem Jahr 1865. Ehemals Pfarrer der Kirche von England, war Newman 1845 zum Katholizismus konvertiert und hatte ab 1877 – nach vielen Anfeindungen – Anerkennung gefunden. In seinem „Gerontius“ beschrieb er das Sterben und die Erlösung eines Menschen in einer für damalige Zeiten außergewöhnlich ergreifenden Weise.

Zu knapp die Zeit

Elgar hatte sein Werk erst kurz vor Beginn des Festivals abliefern können. Die Gesamtpartitur erreichte den Dirigenten Hans Richter, der auch bei den Bayreuther Festspielen tätig war, nur zehn Tage vor der Aufführung. Die erste Probe fand vier Tage vor dem Konzert statt – zu wenig Zeit für Chor und Orchester, um ausreichend zu proben. Elgar hatte zudem bei der Bearbeitung des Textes gezögert. Üblich waren bei den Auftragswerken für das Festival christlich-biblische oder historische Texte, traditionell gesetzt mit Rezitativen, Soli und Chören. Doch der „Gerontius“ war anders.

…zu ungewohnt der Stoff

Auch die Musiksprache war ungewohnt. „Den meisten Chorsängern der Uraufführung war Newmans Gedicht vollkommen fremd“, schreibt der Autor und „Gerontius“-Experte Andreas Friesenhagen. „Sie konnten ebenso wenig irgendwelche Informationen darüber ermitteln.“ Ein Zeitzeuge drückte sein Befremden so aus: „Surely it would have been better to end with something like the Hallelujah Chorus.“ Auf Deutsch: Ein Halleluja-Chor am Ende wäre wohl besser gewesen.

Eine Zäsur für den Komponisten

Die misslungene Uraufführung wurde für Edward Elgar zur Zäsur. Er war danach derart niedergeschlagen, dass er an seinem Beruf zu zweifeln begann: „Ich habe es mir erlaubt, mein Herz einmal zu öffnen“, schrieb Elgar wenige Tage nach der Premiere in einem Brief. „Nun ist es jedoch für jegliches religiöse Gefühl und jede weiche und zarte Regung auf ewig verschlossen.“ Gott sei gegen die Kunst – dies glaube er auch weiterhin.

Fast hätte Elgar abgesagt

Lange hatte Elgars Beitrag zum Festival in Birmingham unter keinem guten Stern gestanden. Zunächst lehnte das Festival-Komitee ein Oratorium über Augustinus ab. Dann erschien Elgar die Idee, ein Apostel-Oratorium zu komponieren, als zu zeitraubend. So gab er den Auftrag zurück. Zehn Monate vor der Aufführung, am Neujahrstag 1900, schlug der Komitee¬vorsitzende G. H. Johnston The Dream of Gerontius vor. Der Katholik Elgar stimmte sofort zu. Schließlich hatte ihn Newmans Gedicht über das Sterben und die Erlösung eines Menschen schon seit Jahren beschäftigt.

Ein „Akt des Mutes und Trostes“

Manche sehen in Elgars Entscheidung für den „Gerontius“ einen „Akt des Mutes und Trostes“ – als persönliche Identifikation in einer Zeit, in der der katholischen Konfession in England deutliche Ressentiments entgegengebracht wurden. Das zeigt auch dieses Kuriosum: Noch 15 Jahre zuvor hatte das Festival-Komitee gegen eine Vertonung des „Gerontius“ sein Veto eingelegt, obwohl die Idee damals von keinem Geringeren als dem tschechischen Komponisten Antonín Dvořák stammte. Newmans Dichtung galt als „zu katholisch für das Festival“. 1900 waren diese Bedenken offenbar verflogen.

Überwältigende Erfolge in der ganzen Welt – besonders in Deutschland

Die Aufführungen des „Gerontius“ ab 1900 wurden zu großen Erfolgen. Das Libretto wurde ins Deutsche übersetzt, und im Dezember 1901 führte der Düsseldorfer Musikverein den Traum des Gerontius als Abonnementkonzert auf. Der Erfolg war herausragend. Auch die Aufführung beim Niederrheinischen Musikfest 1902 endete in frenetischem Beifall. Die Rheinische Musik- und Theaterzeitung kommentierte überschwänglich: „Es war ein Traum. Der des GERONTIUS!“

Der Komponist Richard Strauss, der persönlich am Musikfest teilgenommen hatte, brachte beim Festbankett einen Trinkspruch auf Elgar aus: „Ich erhebe mein Glas auf das Wohl und den Erfolg des ersten englischen Fortschrittlers, Meister Edward Elgar.“ Weitere Aufführungen in England sowie 1903 in New York und Chicago schrieben die Erfolgsgeschichte des „Gerontius“ fort.

Gerontius, der „Jedermann“, ergreift jedermann

Newmans Gedicht über das Sterben und die Erlösung des „Gerontius“ ergreift alle, die es lesen. Friesenhagen spricht von einem „kontemplativen Mystizismus“ der Verse. Die Beschreibungen seien so detailreich, dass eine distanzierte Lektüre kaum möglich sei. Der Name „Gerontius“, vom Griechischen geras, gerontos, ist als „Greis“ und damit als „Jedermann“ zu verstehen.
Das Gedicht umfasst im Original sieben Abschnitte mit rund 900 Zeilen. Elgar straffte es auf etwa die Hälfte, indem er vor allem die Abschnitte zwei bis sieben kürzte und das Gesamtgedicht in zwei Oratorienteile gliederte. Seither behandelt der erste Teil das Sterben, der zweite die Erlösung.

Kirchliche Riten anstelle von Bibeltexten

Durch die Kürzung gab Elgar kirchlichen Riten mehr Gewicht. Die angewandte Liturgie werde in Elgars Überarbeitung zu einem wesentlichen Inhalt, so Friesenhagen. Sie übernehme die Funktion, die in Oratorien sonst biblische Texte einnehmen. Edward Elgar selbst stellte Vertonung und textliche Straffung jedoch als zweitrangig dar. Er führte die Partitur mit den Worten ein: The Dream of Gerontius by Cardinal Newman set to music by Edward Elgar, op. 38.

Teil 1: Der Sterbende bittet um Fürsprache

Diente in Newmans Vorlage der sterbende Gerontius lediglich als Prolog für die Beschreibung des Jenseits, so wurde der Sterbeprozess bei Elgar zum ersten Hauptteil des musikalischen Werkes. Darin betet Gerontius auf dem Sterbelager (Solotenor) und bittet in der Todesstunde um die Fürsprache seiner Freunde, die ihm beistehen. Ein Priester (Bass) spendet ihm den letzten Segen.

Teil 2: Der Weg im Jenseits

Der zweite Teil beschreibt den Weg der Seele des Verstorbenen im Jenseits. Geleitet von einem Schutzengel (Mezzosopran) begegnet sie – gemäß der Lehre der katholischen Kirche – dem Fegefeuer und dämonischen Wesen, die um die Seele der Toten kämpfen. Engelschöre retten sie, und schließlich gelangt sie zum Todesengel (Bass), der dafür plädiert, die Seele zur Gottesschau zu führen. Nach ihrer Reinigung im Fegefeuer wird die Seele des Gerontius letztlich unter die Gerechten aufgenommen.
Der Blick auf Gott erfordert die volle Kraft des Orchesters

Während die Seele zum Thron Gottes getragen wird, singen die Engel den monumentalen Hymnus „Praise to the Holiest in the height“ („Lob dem Höchsten in der Höhe“). Er ist Ausdruck des Jubels und der Vorbereitung auf das Gericht. An der Stelle, an der die Seele der tiefgreifenden Begegnung mit dem Göttlichen entgegengeht, vermerkt Elgar in der Partitur: „For one moment must every instrument exert its fullest force.“ Für einen Moment soll jedes Instrument seine äußerste Kraft entfalten. Der eigentliche Augenblick der Begegnung mit Gott folgt jedoch in Stille – sie symbolisiert den kurzen, blendenden Blick der Seele auf das Göttliche.

Durchkomponiert in beiden Teilen

In Anlehnung an Richard Wagners Musikdramen hat Elgar seinen „Gerontius“ in beiden Teilen durchkomponiert und mit Leitmotiven gearbeitet, die Verbindungen innerhalb des Werkes herstellen. Elgars Freund und Lektor August Jaeger (1860–1909) beschrieb fünf davon als zentrale Leitmotive. Besonders bedeutsam ist das „Judgement“-Motiv, das das Werk eröffnet und an verschiedenen Stellen wiederkehrt.

Elgars letztes innerlich bewegendes Thema

Nach dem Traum des Gerontius arbeitete Edward Elgar nie wieder an einem derart innerlich bewegenden Thema. Ob dies mit der Erschöpfung nach dieser Komposition, mit seinen Depressionen, mit spirituellen Zweifeln, mit dem Ersten Weltkrieg, dem aufkommenden Nationalsozialismus oder mit der zunehmenden Lukrativität populärer Werke zusammenhing, bleibt ein Mysterium.

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