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Berliner Oratorien-Chor

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Triste Themen, musikalisch heiter verpackt

Vier Gesänge für Frauenchor, Johannes Brahms. Von Anne-Marie Kadauke und Bernd-Oliver Käter zum Konzert am 12.10.2025.

1859 gründete Johannes Brahms (1833–1897) im Alter von 26 Jahren in Hamburg den „Hamburger Frauenchor“. Die Sängerinnen hatte er bei einer Hochzeit kennengelernt, als er sie an der Orgel begleitete. Er schlug den Damen vor, eigene Kompositionen mit ihm einzustudieren. Sie stimmten begeistert zu. Damit begann, so Brahms, die schönste Zeit seines Lebens.

Brahms: „Die schönste Zeit meines Lebens“
Die Chorproben waren lebendig und heiter – manchmal sogar unter freiem Himmel. Brahms sei bei Exkursionen „seelenvergnügt bis zur Ausgelassenheit“ gewesen, schreibt der Musikkritiker Max Kalbeck. Er habe den Chor sogar von den Ästen eines Baumes herunter dirigiert. Für diese heitere Sängerinnengruppe schrieb Brahms 1860 die „Vier Gesänge für Frauenchor“:

Gesänge voller Melancholie, Klagen – und feinem Witz
Vorab: Tatsächlich handelt es sich um fünf Gesänge. Das liegt an unterschiedlichen Zählweisen, denn manche Aufführungen fassen kürzere Stücke zusammen.

Die Lieder wirken zunächst schwermütig, voller Melancholie und Klagen. Sie handeln von Verlust, verschmähter Liebe, Trauer und Tod. Hier legt Brahms einen Kniff an: Seine Vertonungen verleihen den Liedern Leichtigkeit und einen ironischen Unterton – sowohl im Text als auch in der Vertonung.

Die Lieder zeigen Brahms’ Freude an der Chormusik
Brahms‘ „Vier Gesänge für Frauenchor“ vereinen Volksnähe, Humor und Romantik und zeigen nicht nur seine Freude am Musizieren mit dem Chor, sondern auch seine Kunst, schwere Themen mit musikalischer Leichtigkeit zu versehen. Die Zusammenarbeit mit dem „Hamburger Frauenchor“ währte bis 1861.

Erster Gesang: Es tönt ein voller Harfenklang

Es tönt ein voller Harfenklang,
Den Lieb` und Sehnsucht schwellen
Er dringt zum Herzen tief und bang
Und lässt das Auge quellen.
O rinnet, Tränen, nur herab,
O schlage Herz ,mit Beben!
Es sanken Lieb` und Glück ins Grab,
Verloren ist das Leben.

Der Text stammt aus der Jugendgedichtsammlung „Dunkles Laub“ des Bremer Lehrers Friedrich Ruperti (1805–1867). Sie steckt voller Melancholie über verschmähte Liebe. In einem späteren Gedicht, „Studentenabschied“, nimmt er jedoch Abschied von diesen düsteren Gedanken. Dort heißt es, dass man sich nicht über verlorene Treue grämen, sondern frisch und unbeschwert in die Welt hinausziehen soll.

Zweiter Gesang: Lied von Shakespeare

Komm herbei, komm herbei, Tod!
Und versenk in Zypressen den Leib.
Lass mich frei, lass mich frei, Not!
Mich erschlägt ein holdseliges Weib.
Mit Rosmarin mein Leichenhemd,
O bestellt es!
Ob Lieb ans Herz mir tödlich kommt,
Treu hält es,
Treu hält es.
Keine Blum, keine Blum süß
Sei gestreut auf den schwärzlichen Sarg.
Keine Seel, keine Seel grüß`
Mein Gebein, wo die Erd es verbarg.
Um Ach und Weh zu wenden ab,
Bergt alleine
Mich, wo kein Treuer wall ans Grab
Und weine,
Und weine.

Das scheinbar einfältige Lied erklingt aus dem Mund des frechen und weisen Narren in Shakespeares (1564–1616) Komödie „Was ihr wollt“, übersetzt von August Wilhelm Schlegel (1767–1845). Orsino, verliebt in die abweisende Olivia, lauscht dem Narren zusammen mit seinem Diener, der in Wahrheit die junge Viola ist – und selbst Orsino liebt. Das Publikum weiß um dieses Geheimnis, was der Szene ihren schelmischen Zauber verleiht.

Dritter Gesang: Der Gärtner

Wohin ich geh und schaue,
In Feld und Wald und Thal,
Viel schöne hohe Fraue,
Grüß ich dich tausendmal.
In meinem Garten find ich
Viel Blumen schön und fein.
Viel Kränze daraus wind ich,
Und tausend Gedanken bind ich
Und Grüße mit darein.
Ihr darf ich keinen reichen,
Sie ist zu hoch und schön,
Die müssen alle verbleichen,
Die Liebe nur ohne Gleichen
Bleibt fest im Herzen stehn.
Ich schein wohl guter Dinge
Und schaffe auf und ab,
Und ob das Herz zerspringe,
Ich grabe fort und singe
Und grab mir bald mein Grab.

Diese Verse stammen aus Joseph von Eichendorffs (1788-1857) Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Sie beschreibt die Flucht eines Müllersohns aus dem Arbeitsleben. Die Verse zeigen diesen als unbeholfenen Gärtnergehilfen, der seiner Liebe zur schönen Schlossherrin nachhängt. Wegen der besungenen Liebe lacht ihn ein Kreis von Adligen aus – und Brahms’ heitere Vertonung verstärkt die Ironie.

Vierter Gesang: Gesang aus Fingal

Wein’ an den Felsen, der brausenden Winde
weine, o Mädchen von Inistore!
Beug’ über die Wogen dein schönes Haupt,
lieblicher du als der Geist der Berge,
wenn er um Mittag in einem Sonnenstrahl
über das Schweigen von Morven fährt.
Er ist gefallen, dein Jüngling liegt darnieder,
bleich sank er unter Cuthulins Schwert.
Nimmer wird Mut deinen Liebling mehr reizen,
das Blut von Königen zu vergießen.
Trenar, der liebliche Trenar starb
O Mädchen von Inistore!
Seine grauen Hunde heulen daheim,
sie sehn seinen Geist vorüberziehn.
Sein Bogen hängt ungespannt in der Halle,
nichts regt sich auf der Haide der Rehe.

Wein’ an den Felsen, der brausenden Winde
weine, o Mädchen von Inistore!

Diese Worte stammen aus den fiktiven Ossian-Epen des schottischen Dichters James Macpherson (1736–1796). Obwohl im 19. Jahrhundert längst als Erfindung entlarvt, erfreuten sie sich großer Begeisterung und wurden als keltisches Nationalepos gefeiert. Im Gesang wird der Tod des jungen Helden Trenar aus Morven düster vertont – anders als die anderen Lieder. Das erzeugt Gruseln und Schmunzeln gleichzeitig.

Ellens Zweiter Gesang,

Jäger, ruhe von der Jagd!
Jäger, ruhe von der Jagd!
Weicher Schlummer soll dich decken,
Träume nicht, wenn Sonn‘ erwacht,
Daß Jagdhörner dich erwecken.
Schlaf! Der Hirsch ruht in der Höhle,
Bei dir sind die Hunde wach,
Schlaf, nicht quäl‘ es deine Seele,
Daß dein edles Roß erlag.
Jäger ruhe von der Jagd!
Weicher Schlummer soll dich decken;
Wenn der junge Tag erwacht,
Wird kein Jägerhorn dich wecken.

Die Geschichte stammt aus Walter Scotts (1771–1832) Epos „Lady of the Lake“. Ellen singt beim abendlichen Mahl ihrer Familie für einen erschöpften Fremden, der sich später als König von Schottland entpuppt. Er wird in unruhigen Träumen von Ellen und ihrer Ähnlichkeit zu seinem Feind geplagt. Brahms setzte für diesen Gesang auf Instrumente und Frauenchor, um die Jagd- und Abendmahlstimmung zu illustrieren.

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